Mennonitengemeinde Wössingen, Evang. Freikirche
![]() Erntedankgottesdienst |
Postanschrift:
Georg Unterweger
Schlossstr. 23
75045 Walzbachtal-Wössingen
Tel.: 07203/922257
Gottesdienst
Bachweg 28
75045 Walzbachtal-Wössingen
Sonntags (nicht am 5. Sonntag i. Monat), 9:30 Uhr
Über die Gemeinde
Die Mennonitengemeinde Wössingen ist eine der ältesten in Süddeutschland. Das mennonitische Lexikon datiert die Entstehung um das Jahr 1700. Ihre Anfänge gehen zurück auf die Einwanderung von Schweizer Täufern nach dem 30-jährigen Krieg.
Die Gemeinde traf sich ca. 300 Jahre lang immer im selben Privathaus, in der so genannten Meierei, in der Schlossstraße 23. Unseres Wissens waren wir somit noch die einzige Mennonitengemeinde, die sich so trifft. Mittlerweile treffen wir uns im Gemeindehaus der Liebenzeller Gemeinschaft im Bachweg 28 in Wössingen.
Bis zum 2. Weltkrieg war sie eine reine Landgemeinde, deren Glieder meist auf Pachthöfen im Umkreis von 30 km siedelten. Seither ging nicht nur der Anteil der Landwirte stetig zurück. Auch ist die Zahl der Gemeindeglieder rückläufig. Der größte Teil der Jugendlichen ist aus verschiedenen Gründen aus der Gemeinde abgewandert. Diese Entwicklung konnte auch durch den Zusammenschluss mit der hahnisch geprägten Brettener Gemeinde 1961 nicht aufgehalten werden, der wegen Predigermangel in beiden Gemeinden erfolgt war. Trotzdem haben wir 1964 und 2004 den Saal umgestaltet bzw. renoviert.
Bis in die Mitte der 90er Jahre waren wir eher gemeinschaftlich geprägt, es fehlte das Bewusstsein, einer Freikirche anzugehören. Wie im ganzen süddeutschen Raum versammelte man sich im 14-tägigen Rhythmus. Zwischendurch besuchten die meisten Gemeindeglieder den evangelischen Gottesdienst an ihrem jeweiligen Wohnort. Die Leitung der Gemeinde erfolgte durch Älteste und Prediger, oft in Personalunion, unterstützt durch einen Diakon.
1994 wurde eine Entwicklung hin zu einem eher freikirchlichen Gemeindeverständnis eingeleitet, begleitet durch einen Generationswechsel und eine Veränderung in der Leitungsform. Inzwischen finden die Versammlungen wöchentlich statt, am 5. Sonntag im Monat findet kein Gottesdienst statt. Die Leitung der Gemeinde erfolgt durch einen derzeit 4-köpfigen Leitungskreis. Aus einem Predigtkurs rekrutierten sich einige Leute, die die Gottesdienste gestalten. Es wurde eine Gemeindeordnung erstellt, es erscheint alle 2 Monate ein Gemeindebrief, es gibt zwei wöchentliche Hauskreise zusätzlich zur schon länger bestehenden monatlichen Frauenstunde.
Typisch für unsere Gemeinde ist neben ihrer nach wie vor landwirtschaftlichen und pietistischen Prägung die familiäre Struktur. Sie wird auch von Gästen geschätzt und ist eine unserer Stärken, ein Pfund, mit dem wir in Zukunft wuchern müssen, um wirklich Gemeinde Jesu zu werden, dem Auftrag Reich Gottes zu bauen ein Stück näher zu kommen. Es fällt uns immer noch schwer, aus unserer Isoliertheit am Ort herauszukommen. Mit der Mitarbeit bei der Allianz-Gebetswoche ist wohl schon ein Anfang gemacht.
Als weiteren Schritt sehen wir uns zur Zeit nach anderen Räumen um und hoffen auch, zum ersten Mal in unserer Geschichte, einen Prediger (in Teilzeit) anstellen zu können. Anders sehen wir keine Möglichkeit, unsere Gemeinde so einladend zu machen, dass sich Außenstehende angezogen fühlen. Gleichzeitig gilt es umzudenken, wenn wir die freikirchliche Nische am Ort füllen und jungen Familien eine geistliche Heimat bieten wollen. Wir beten darum, dass uns Gott von unserem Kreisen um uns selbst frei macht, dass er uns die Türen öffnet und uns ein Herz für Menschen schenkt, die ihn noch nicht kennen, dass er uns mutig macht, auf sie zuzugehen, uns auf sie einzulassen, sie anzunehmen und zu lieben.
Dorothee Kreiter, Jahrgang 1958, im Leitungskreis der Gemeinde Wössingen und im Vorstand des Verbandes

